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Amsterdam Marathon… Motivation – Begeisterung – Einbruch…

So….. Der Amsterdam Marathon ist fast eine Woche vergangen und es wird Zeit hier ein kurzes Statement zu geben.

Die Anreise: Wie im Block schon mehrfach geschrieben sind wir zu sechst am Freitag den 14. nach Amsterdam gefahren. 5 Läufer (4 die den Marathon laufen wollten und eine für die Halbmarathon Strecke), sowie eine Supporterin. Hotel war gebucht und wir sind gegen 16:00 im Hotel angekommen. Also Koffer abstellen und schnell zur Marathon Messe, die ca. 45 Minuten Fußweg vom Hotel entfernt war. Dort angekommen konnten wir unsere Start-Unterlagen mitsamt Funktions-Shirt abholen. Leider muss man sagen, dass das Shirt einen kleinen Nachteil hat – es steht nur ganz klein drauf, dass es vom Amsterdam Marathon ist, dafür macht man mit großen Lettern Werbung für einen der Hauptsponsoren (nein nicht Mizuno). Also rein in die Messe und noch ein ansprechendes Schwarzes Shirt zum Amsterdam Marathon gekauft, sowie ein paar Mizuno Hausschuhe in Holzschuh Form (das musste eigentlich sein).2016-10-14-18-23-21

Nachdem wir uns dann noch im Steakhouse mit ein paar Steaks und Bier gestärkt haben ging es wieder zurück ins Hotel. Das ganze lief sehr entspannt und wir konnten darauf am Samstag auf Sight-Seeing umstellen und uns Amsterdam anschauen, was ich jedem empfehlen kann. Dort kann man sich sehr schönen Häusern, den Grachten, Hafen, diversen Sehenswürdigkeiten wie das Anne Frank Haus und wenn man möchte auch Coffee Shops (die man in Amsterdam auch als nicht Niederländer besuchen darf) anschauen. Damit war der Tag auch relativ schnell vorbei, also wieder ins Steakhouse (wir haben nichts anderes gefunden) und vor dem Lauf noch mal ordentlich Eiweiß mit Pommes gegessen. Ja…. Das sind keine echten Kohlenhydrate, aber die hatte ich mir in den Tagen davor schon geholt.2016-10-15-16-59-51

Danach ging es ins Hotel… Noch schnell die Sachen rauslegen… Mist…. Wie krieg ich die 8 Gels unter? Nach den Erfahrungen von Katrin beim Berlin Marathon wollte ich kein Gel von Isostar verwenden (das verteilt wurde) und lieber auf mein Dextro Gel vertrauen. Die Lösung war zwei Gürtel zu tragen – sah zwar doof aus – aber was soll’s.

Der große Tag: Am Morgen hatte das Hotel für die Marathon Läufer schon etwas früher Frühstück – wo wir uns auch gegen 07:00 einfanden und die Grundlage für den Lauf in Form von Wasser, Brötchen und Bananen verschafften. Danach ging es ins Zimmer, Tasche holen, und zur S-Bahn Station laufen (die 10 Min entfernt war) – die Idee dahinter war, dass wir nicht zu viel Laufen wollten. Gute Idee… In der Praxis, kam die Bahn aber nicht an, zudem war die Haltestelle ziemlich mit Marathonläufern überfüllt… Naja, also laufen wir schon mal ein paar Meter in Richtung Olympia Stadium (Start und Ziel des Marathons). Leider kam auf dem ganzen Weg nur einmal die S-Bahn und die war total überfüllt. Damit sind wir dann doch die gesamten 3km ins Stadion gelaufen. 2016-10-14-18-14-34Lange Hosen aus… Tasche abgeben und ins Stadium. Das war etwas enger, da die Kontrollen genauer genommen wurden und dadurch der Eingang verengt wurde. Drin konnte man schnell sehen, wo mein Startblock ist und auch das Einreihen war extrem entspannt.

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Um 09:30 ging es dann los – allerdings nur für die ersten Startblöcke. Erst nachdem die aus dem Stadium draußen waren, ging es auch für die letzten Startblöcke los. Dies bedeutete ca. 15 Minute Wartezeit – was noch ok ist.

Motivation auf den ersten KM: Also los geht’s – auf der Startlinie auf die Garmin Uhr gedrückt und dann zusammen mit Stephan unseren Plan umgesetzt – aufgrund des mangelnden Trainings (bei mir waren es in 2016 nur 700km – bei Stephan noch weniger) bedeutete dies, mit 07:00 Pace zu laufen bis zur 21km Linie und dann schauen was geht. Die ersten KM liefen auch sehr gut. Aus dem Stadion raus, durch den Vondelpark, durchs Museum, die Stadt, Bürostadt – war alles ok. Wir waren die ersten km sogar schneller Unterwegs, war auch vollkommen ok. Danach ging es aus der Stadt raus. Ein langes Stück an der Amstel entlang bis zum Wendepunkt und wieder zurück. Das ganze lief dann bei strahlendem Sonnenschein und leider zog sich die Strecke bis zum Wendepunkt ziemlich. Aber bis dahin hab ich mich noch gut gefühlt. Ungefähr bei km 20 kam dann der Wendepunkt – eine kleine Brücke hoch – über die Amstel und auf der anderen Seite wieder runter.

Der erste Einbruch: Eigentlich kein Problem – 20km mit 06:50 sind eigentlich auch kein Problem – AAAAAABBBBEEERRRR – beim runterlaufen wurde es mir etwas schwummrig. Meine Füße und Beine fingen an zu kribbeln so dass ich kurz dachte ich sollte mich mal kurz setzen. Aber es ging dann gleich wieder besser. Allerdings fühlten sich auf einmal die Beine richtig schwer an. Mit Stephan fieberte ich der 21km Marke und dem nächsten Verpflegungsstand entgegen. Der kam auch, also das inzwischen 4. Gel rein – Wasser und Isostar (Getränk) genommen. So richtig Aufwärts ging es aber nicht. Also haben wir uns zum nächsten Stand gequält. Gut war, dass es Stephan auch nicht besser ging – geteiltest Leid ist halbes Leid.2016-10-16-13-05-10

Ca. bei km 27 hat sich Stephan dann von mir verabschiedet, bei ihm ging noch weniger, also bin ich langsam (07:00) weitergetrabt. Bei km 30 fingen dann die Füße wieder an zu kribbeln. Daher hatte ich die tolle Idee, dass ich mal die Schuhe neu schnüre. Doof nur, dass ich die Schnürsenkel beim öffnen total verknotet hatte und dann gefühlte 10 Minuten damit verbracht habe, den Konten zu lösen und die Schuhe wieder zu schnüren. Ahhhhhhhh….. Mist!!!! Naja – weiter gehts. Nach ein paar Minuten denke ich mir „Den da vorne kenne ich doch“ – klar – es war Stephan, der mich während ich mit den Knoten gekämpft hatte an mir vorbei zog. Also – kurzer Klapps auf die Schulter und wieder langsam an ihm vorbei. Aber wirklich langsam.

Das historische Tief: Inzwischen ging gar nichts mehr und das Beste – ich hatte noch nie Probleme mit Krämpfen und was passiert – Krampf in beiden Oberschenkeln. Also ins gehen übergegangen und2016-10-17-08-16-40 den Krampf durch langsames laufen gelöst. Auf einmal kam der Pace Maker für die 5h an mir vorbei. Ich versuchte mich dran zu hängen. Das ging 1-2km gut, dann kamen wieder die Krämpfe. Als ich wieder anfing zu Gehen, klopfte mir der Pace Maker auf die Schulter, ich sollte versuchen weiterzulaufen. Scherzkeks. Auch das die Lauftruppe anfing zu singen, war mir egal. Mir ging es einfach nur schlecht. Da hilft auc der Spruch von Jürgen Rodeland nicht :-). Letzte Hoffnung – Handy raus, Spotify an und mit „Twighlight of the Thunder God“ mich den nächsten km weitgergerettet.

Quäl dich, du S…: Dann kamen zu den Krämpfen auch noch eine totale Erschöpfung, so dass ich nur noch 500m laufen konnte, dann wieder gehen. Inzwischen warf ich auch alles ein, was ich dabei hatte um noch irgendwie voran zu kommen. Die letzten 12km waren  die längsten, die ich jemals gelaufen bin…. Ständiger Blick auf die Uhr….. Wie weit ist es noch? Sind wir gleich da?!? Dann immer „in“ die Beine „höhren“ – schaffen die es noch. Wenn der Krampf kam -> ins Gehen wechseln, mit den Händen in den Muskel bearbeiten….. Tja… So quälte ich mich bis ans Stadion. Da ich wusste, dass meine Frau und meine Cousine (samt Anhang) dort standen, plante ich, den letzten km bis zum Ziel auf jeden Fall durch zulaufen. Kurz vor dem Stadion standen sie und feuerten mich an, während ich in einem Laufstil wie Quasimodo im Stadion die letzte Kurve herbeisehnte.. 150m… 125m…100m…50m..0m… Ziel…. 05:10:20.

Angekommen: So ein Mist. Aber egal, ich hatte es geschafft. Also schnell die Medaille umgehängt und raus um meine Sachen zu holen. Nachdem ich die hatte, verabredete ich mich mit Markus. Der saß auf einer Empore (3 flache Stufen) in der Sonne. Also schnell zum Abklatschen hoch…. ABER – die Stufen hatten es in sich – das waren glaube ich die aus Rocky… Schon auf der zweiten, bekam ich dann auch noch in den Waden Krämpfe, so dass ich mich hinsetzen und mühsam den Krampf bearbeiten musste.

Nach einiger Zeit kamen dann auch noch unsere anderen 3 Lauffreunde an – so richtig toll lief es wohl bei keinem (außer Markus). Tja – was soll ich sagen… 700km Vorbereitung reichen einfach nicht. Aber es war trotzdem toll und wir machen natürlich schon Pläne für 2017 :-). Dann mit mehr Training und (in der Vorbereitung) mit mehr Magnesium!!!!

 

About Dietmar

Ich laufe seit 2012 und versuche das ganze mit dem nötigen Ernst, aber immer mit Spass zu betreiben.

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