Home / Veranstaltungen / Runner #8: Wings For Life World Run München 2016 – Nachlese

Runner #8: Wings For Life World Run München 2016 – Nachlese

Eigentlich wollte ich den Beitrag „Flo, Sabrina und der ganze Rest nennen.“ Aber das hätte den Hahnertwins oder Samuel Koch wirklich nicht Rechnung getragen.

Um es kurz zu machen: Ich bin total beseelt! Nichts so sehr von meiner eigenen Leistung aber von dem was ich erleben durfte.

Meine Schwester brachte es auf den Punkt: Es gibt keine einzige Sportart ausser dem Laufen, bei der Profis (ja teilweise Weltspitze) und Hobbyläufer gemeinsam am Start sind. Und genau das war gestern beim Wings for Life World Run wieder der Fall.

Der Reihe nach: Meine Kollegen und ich hatten 2014 schon überlegt in Darmstadt an den Start zu gehen. Aber daraus wurde nichts. Dann kam 2015 und ich schaute gebannt Florian Neuschwander zu, wie er fast 75 km lang bei widrigen Verhältnissen vor dem Catcher-Car floh und es war klar: 2016 bin ich auch am Start.

So kam es also, dass ich wieder mal von meinen Kollegen im Stich gelassen ;-), ’nur‘ mit meiner Schwester nach München fuhr um für alle die zu laufen, die nicht laufen können (ein einzigartiges Motto).

Wir sind einen Tag vor dem Lauf angereist und die wirklich einzigartige Atmosphäre des Laufs und vor allem der Location – dem Olympiapark – aufsaugen zu können. Meine Schwester hatte ein nettes Budget-Hotel am südlichen Ende des Parks aufgetan von dem es in rund 20 Min. Fußweg zum Olympiastadion ging.

Ich fand allein schon den Weg dorthin und den Blick auf den Olympiaturm und die Schwimmhalle so klasse, dass ich mich direkt nach 1972 versetzt fühlte.

IMG_1043

Orga:

Die Orga war vorbildlich: Kurze Wege und topp organisiert. Die Startnummernausgabe nebst Chip-Startnummer und die anschließende T-Shirtausgabe liefen tadellos. Jeder Teilnehmer bekam dann noch eine Portion Nudeln auf der Pasta-Party, ein alkoholfreies Bier und eine Energybrause des Hauptsponsors dazu, die an Ort und Stelle eingelöst wurden konnte. Bis auf die Anzahl der Toiletten im Startbereich gibt es echt nichts zu verbessern.

IMG_1055

Das Alles fand im Olympiastadion statt – Leute, das Olympiastadion München – der Ort an dem eine Ulrike Meyfarth, eine Annegret Richter oder ein Klaus Wolfermann einst Geschichte schrieben. Ich bekomme sofort Gänsehaut bei dem Gedanken.

IMG_1051

Genug geschwelgt.

Teil des Plans für Samstag war es auch, sich mit beim Meet & Greet mit Florian Neuschwander einzufinden (und zwar rechtzeitig). Ich muss sagen, dass sich Florian für alle Fans reichlich Zeit nahm und für Selfies und Autogramme zur Verfügung stand. Sehr sympathisch!

IMG_1074

Übrigens, zum Rahmenprogramm gehörte auch noch eine Lesung von Samuel Koch, der übrigens am Start die Kuhglocke läutete…

IMG_1087

Start:

Auf den Startnummern war – wie bei anderen Läufen auch – ein Farbmarkierung angebracht – die in diesem Fall – die ungefähre Zieldistanz markierte. Die Startaufstellung war recht überschaubar, da nur rund 8000 Läufer am Start waren. Wir hatten auch noch entspannt Zeit bei den Hahnertwins vorbeizuschauen, die ihr neues Laufbuch promoteten und die selbst erst weniger Minuten vor dem Start in die Aufstellung gingen.

Der Start selber verlief reibungslos. Allerdings muss man sagen, dass die Wege im Olympiapark teilweise für die Anzahl der Läufer recht eng waren, so dass man schon genau hinschauen musste wir man hintritt (dazu später mehr).

Mein Lauf / Stimmung entlang der Strecke:

Mein Plan war es, einen Schnitt von 5:20 min./km zu laufen. Dass hätte mich rechnerisch auf Halbmarathondistanz bringen müssen, bevor mich das Catcher-Car einholt. Entsprechend ambitioniert ging ich das vom Tempo her an. Bis ca. km 5 war alles in Butter – hier gab es den ersten Verpflegungsstand (reichlich spät, angesichts des Wetters). Nach dem Stand ging die Strecke rechts runter und ich war einen Moment nicht aufmerksam. Autsch! Da war es passiert: Ich bin mit dem rechten Fuß umgeknickt. Einen Moment lang dachte ich das war es, aber irgendwie bin ich weitergelaufen und nach ein paar Hundert Metern hörten die Schmerzen plötzlich auf. Fragt mich nicht warum und fragt nicht wie der Knöchel heute aussieht.

Nach ca. 9 km führte die Strecke raus aus dem Olympiapark in Richtung Norden. Die Stimmung entlang der Strecke war  – sagen wir es diplomatisch – überschaubar. Mia san mia und mia schaun lieber Fussball… Sage ich da nur. Egal, die Stimmung unter den Läufern war toll und so ging es weiter in Richtung Nordwesten der Stadt. Bis ca. km 12 war ich mit meinem Tempo sehr zufrieden. Bei km 13 hatte ich ein kleines und bei km 15 ein größeres Tief. Irgendwie wollte der Kopf und dann natürlich die Beine nicht mehr. Ich kann euch nicht sagen warum. Bei km 18 sah ich zum ersten Mal das Catcher-Car und plötzlich ging es wieder. Ich hatte plötzlich wieder Kraft, denn ich wollte ja 21,1 km schaffen. Das war natürlich schon nicht mehr drin, aber ich bin einfach weitergelaufen bevor mich das Auto bei rund 19,9 km überholt hat. Gut, dass das ein einer Stelle war, wo a) die Shuttles zum Stadion schon warteten und b) bei 19,5 km ein Verpflegungsstand war. Dort habe ich dann noch einen Teilnehmer vom Two-Oceans-Marathon getroffen…

IMG_1094 IMG_1093

Auf dem Weg zurück in die Stadt konnte man sich noch mit den anderen Läufern austauschen und jeder hatte dieselbe Meinung: Super Veranstaltung!

Am Stadion angekommen kam es dann zu meinem persönlichen Highlight der ganzen Aktion: Der Bus hielt direkt vor dem Marathontor des Olympiastadions.

IMG_1096

Leute – ich bin durch das Marathontor des Olympiastadions gelaufen – ich machte die Augen zu und sah vor mir Frank Shorter (USA) wie er am 10. September 1972 durch eben dieses Tor ins Stadion lief, ihm rund 70.000 Menschen zujubelten und er den Sieg im Marathon holte. Was für ein Augenblick muss das gewesen sein. Irre.

Schade das der Tagtraum nur einen kurzen Moment dauerte…

Preis-Leistung:

Kurz gesagt: Spitze! Der Lauf kostete mit Spende 40,00 Euro inkl. T-Shirt, Pasta, Bier und Video vom Catcher-Car-Moment.

Fazit:

Toller Event für einen guten Zweck. Alle 40 Euro gehen zu Gunsten der Rückenmarkforschung. Die Kosten für die Orga tragen die Sponsoren.

Die Location war der Kracher, die Strecke allerdings Mittelmaß. Dennoch von mir eine klares ‚Daumen hoch‘ und eine klare Empfehlung!

Einen habe ich noch:

Bei km 7 stand plötzlich eine Läuferin rechts der Strecke und feuerte die anderen an. Es war Sabrina Mockenhaupt, die erst tags zuvor bei den deutschen Meisterschaften in Celle über 10.000 m erfolgreich war. Sie reihte sich später wieder ein und lief noch 15 km. Sehr lässig Sabrina.

Ach ja, ich vergaß zu erwähnen, das mein Chip defekt war und der Veranstalter jetzt zu rekonstruieren versucht, wo ich ‚gelandet‘ bin (übrigens kein Einzelfall).

Hier noch ein kurzer Zusammenschnitt der Veranstaltung.

Eigentlich wollte ich den Beitrag "Flo, Sabrina und der ganze Rest nennen." Aber das hätte den Hahnertwins oder Samuel Koch wirklich nicht Rechnung getragen. Um es kurz zu machen: Ich bin total beseelt! Nichts so sehr von meiner eigenen Leistung aber von dem was ich erleben durfte. Meine Schwester brachte es auf den Punkt: Es gibt keine einzige Sportart ausser dem Laufen, bei der Profis (ja teilweise Weltspitze) und Hobbyläufer gemeinsam am Start sind. Und genau das war gestern beim Wings for Life World Run wieder der Fall. Der Reihe nach: Meine Kollegen und ich hatten 2014 schon überlegt in Darmstadt an den Start zu…

Summary

Orga - 96%
Start - 100%
Strecke - 80%
Stimmung - 70%
Preis-Leistung - 95%

88%

Topp!

...und wieder einmal hat mich eine Laufveranstaltung überzeugt, wenngleich die Strecke und die Stimmung noch hätten besser sein können...

User Rating: 4.45 ( 1 votes)

About Markus (aka Runner #8)

Profilbild von Markus (aka Runner #8)
Das Leben beginnt am Ende der Komfortzone... ...also so ab km 35 :-)

Check Also

Runner #8: Auch wenn ich den anderen… (sehr kurze) Nachlese Weinheimer Herbstlauf 2016

…mit dem Gepiepse meines Metronoms auf den Geist ging: Es war ein toller Lauf. Wir …

2 Kommentare

  1. Das ist natürlich schade, dass du die 21km so knapp verpasst hast.
    Aber trotzdem Chapeau, dass du nach dem Umknicken noch weitergemacht hast!

  2. Profilbild von Markus (aka Runner #8)

    Hallo Phil,

    ja, schade – aber es scheint, als ob im Knöchel nichts gerissen ist. Ich war gestern mal laufen (5 km) und es war OK.

    Der Lauf selber war echt super und ist eine Reise wert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Zur Werkzeugleiste springen