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Test: Brooks Neuro 2016

Nachdem ich in den letzten Jahren immer den Brooks Pure Flow (von der Version 1 bis 4) verwendet habe um Wettkämpfe zu absolvieren (bis zum Marathon) wollte ich in 2016 mal einen anderen Schuh probieren. Nicht dass ich mit dem Flow unzufrieden war, aber man soll ja auch mal etwas neues probieren. Auf der Brooks Homepage ist mir dabei der Brooks Neuro aufgefallen – sein etwas anderes Design hat mir gefallen (wobei das natürlich Geschmackssache ist) und da meine Flow 3 inzwischen 650km auf dem Buckel haben, brauchte ich sowieso einen neuen Schuh. Also habe ich mir den Neuro bestellt.

Hier mal zunächst ein paar Daten:
Gewicht: 266g
Sprengung: 6mm
Preis: 120€ (UVP)

Die Sohle wurde aus dem BioMoGo DNA Material gefertigt. Und besteht aus mehreren Ringen, die unterschiedlich weich sind.  Die Sohle ist etwas weicher und flexibler als die vom Flow, was allerdings beim Laufen kaum auffällt. Wer noch keinen Pure Schuh hatte, wird durch hier aber einen deutlichen Unterschied spüren, da man natürlicher laufen kann und den Fuß in mehrere Richtungen bewegen kann.

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Der Schuh besteht im Obermaterial aus 3 Lagen. Ganz außen ist das eine PVC ähnliches Material, dass leider dazu führt, dass der Schuh nicht sehr atmungsaktiv ist. Bei der Schnürung verwendet Brooks das HAMMOCK system. Das besteht aus einer Reihe von Schnüren, die zwischen dem äußeren und dem inneren Material verläuft und die Schnürsenkel mit der Sohle verbindet. Dieses System geht über den gesamten Schuh und nicht wie das Navband beim Flow nur über den Mittelfuß. Diese Schnürung rund um den Fuß führt dazu, dass der gesamte Fuß wirklich eng am Schuh anliegt.

Als der Schuh ankam, habe ich ihn zunächst auf schnellen kurzen Läufen getestet (bis 7km). Da hat mir der Schuh eigentlich ganz gut gefallen. Er fühlt sich etwas an wie der Flow, allerdings ist er vorne wesentliche enger geschnitten. Das führt dazu, dass ich meine Zehen kaum bewegen konnte. In der Slide Show oben, kann man den Vergleich zum Flow sehen – da sieht man auch deutlich die wesentlich engere Zehenbox. Der Positive Effekt ist, dass man damit ein direkteres Gefühl hat noch mehr Kontrolle beim Laufen z.B. in Kurven. Der negative Effekt ist, dass ich bereits nach 5km leichte Druckstellen am großen Zeh hatte (und ich habe schmale Füsse). Ansonsten ist das das neue Obermaterial relativ Luft undurchlässig, damit werden die Füsse auch bei kühleren Temperaturen relativ schnell heiß und durch die schlechte Lüftung bleibt der Schweiß gefühlt im Schuh anstatt nach außen transportiert zu werden. Ich habe das mal direkt am gleichen Tag mit den Aiddidas Adizero getestet. Da blieb der Fuß wesentlich trockener.

Was mir zudem negativ aufgefallen ist, ist die Zunge. Die liegt durch die Enge Schnürung sehr eng am Fuß und ist zudem am Ende flach zulaufend. Damit reibt diese spürbar am Fuß oben. Ich dachte das legt sich nach ein paar Läufen, allerdings merke ich das inzwischen nach ca. 100km immer noch. Übrigens habe ich dabei nicht mal eine Marathonschnürung genutzt – da ich einen schmalen Fuß habe, bin ich sogar der Meinung, dass man den Neuro gar nicht in den letzten Löchern schnüren kann.

Nach ein paar kürzeren Läufen, wollte ich mit dem Schuh dann mal einen Longrun machen. Tja… Was soll ich dazu sagen – nach ca. 9km machte sich die Schnürung an der Fußinnsenseite bemerkbar. Das scheuerte spürbar. Ich habe darauf öfters angehalten und die Schnürung geändert. Das hat allerdings nicht gebracht – nach ca. 13km musste ich den Lauf abbrechen, da ich inzwischen eine Blase am Fußbogen hatte. Das ist mir bisher bei noch keinem Laufschuh passiert. Auch bei einem weiteren Testlauf und dickeren Socken, hatte ich das gleiche Problem und musste wieder den Longrun abbrechen. Das liegt daran, dass Brooks nicht wie beim Flow ein breites Navband verwendet, sondern jeweils die Schnürungen vom Oberschuh bis in die Sole verlegt – daher laufen „Schnürsenkel“ entlang der Fußaußenseiten und zwar zwischen dem Außenmaterial (aus einer Kunststoffart) und dem Innenmaterial (ähnlich wie beim Brooks Flow). Hier wäre meiner Meinung nach ein Navband geeigneter gewesen. Daher muß ich dem Schuh bei der Passform Abzüge geben – prinzipiell finde ich das gut, aber wenn man dadurch Blasen und Druckstellen bekommt, gibt das Abzüge.

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Zusammenfassung:

Positiv:

  • Sehr direktes Laufgefühl
  • Gute Dämpfung
  • Interessantes Design

Negativ:

– Sehr enge Zehenbox
– Schnürung an den Außenseiten drückt auf den den Fuß
– Obermaterial wenig luftdurchlässig

Fazit:
Den Neuro werde ich maximal auf kurzen Läufen verwenden. Aktuell habe ich ihn sogar aus der Laufliste genommen und nutze ihn eher als Freizeitschuh. Während ich meine anderen Schuhe nie einlaufe und damit bisher immer mal direkt einen Longrun durchführen konnte, war das mit den Neuro nicht möglich. Im Prinzip ist der Neuro ein sehr interessanter Schuh und macht auch beim Laufen viel Spass. Allerdings muß Brooks das mit der Schnürung und dem Außenmaterial in den Griff bekommen. Wenn man im Internet nachließt, sind die Kritikpunkte übrigens sehr ähnlich zu meinem Bericht…

Nachdem ich in den letzten Jahren immer den Brooks Pure Flow (von der Version 1 bis 4) verwendet habe um Wettkämpfe zu absolvieren (bis zum Marathon) wollte ich in 2016 mal einen anderen Schuh probieren. Nicht dass ich mit dem Flow unzufrieden war, aber man soll ja auch mal etwas neues probieren. Auf der Brooks Homepage ist mir dabei der Brooks Neuro aufgefallen - sein etwas anderes Design hat mir gefallen (wobei das natürlich Geschmackssache ist) und da meine Flow 3 inzwischen 650km auf dem Buckel haben, brauchte ich sowieso einen neuen Schuh. Also habe ich mir den Neuro bestellt. Hier…

Test Brooks Neuro

Laufgefühl
Passform
Gewicht
Grip Offroad
Grip Asphalt
Dämpfung
Flexibilität

Kein Kauftipp

Beim Neuro muß Brooks nachbessern. Wer ihn für länger Läufe einsetzen will, sollten ihn vorher ausgiebig testen. Gilt vor allem auch für Läufer mit breiten Füßen.

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About Dietmar

Ich laufe seit 2012 und versuche das ganze mit dem nötigen Ernst, aber immer mit Spass zu betreiben.

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