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Fenix 3… Neuer…Besser?…Schwerer?….

Garmin hat vor kurzem den Nachfolger der Fenix 2 mit dem sehr innovativen Namen Fenix 3 auf den Markt gebracht. Der Hype um die neue Uhr war ziemlich groß, wenn man sich die Liste der Vorbestellungen und die dadurch entstandenen Wartelisten anschaut. Da die Uhr optisch mehr Gemeinsamkeiten mit einer normalen Uhr hat, als viele andere Laufuhren und ich eine Uhr suche, die ich immer anhaben kann, habe ich mir die Fenix 3 in der Saphir Edition geholt (also die mit dem wechselbaren Metalarmband und mit dem Saphirglas) und dafür meine ForeRunner 620 geopfert, die über eBay schnell einen neuen Käufer gefunden hat.2015-05-08 19.13.45

Die Funktionen der Uhr lassen sich grob in 5 Bereiche einteilen

  • Multisport-Funktionen:
    Laufen, Radfahren, Trailrun, Ski, Bergsteigen, Schwimmen, Triathlon,Wandern…
  • Fitness-Tracker-Funktionen
    Schrittzähler, Kalorienberechnung, Schlafüberwachung, …
  • Navi-Funktionen:
    Tracks und Wegpunke
  • Smartwatch-Funktionen:
    Benachrichtigungen von Apps wie E-Mail, SMS, Anrufe, Kalender, Temperatur, Wetter, Live-Tracking, weitere Apps sind über Connect IQ verfügbar und werden ständig erweitert
  • Uhren-Funktionen:
    Uhrzeit, Stoppuhr, Timer, Wecker
  • Weitere Funktionen:
    Virb Fernsteuerung, zusätzliche Apps über Connect IQ

Beim Auspacken viel mir gleich auf, dass die Uhr ziemlich schwer ist. Da dachte ich mir eigentlich, dass die Uhr für’s laufen nicht geeignet ist. Daher habe ich für meinen ersten Test (den Mannheimer Dämmermarathon) das Armband gewechselt und bin auf das mitgelieferte Kautschuk Armband gewechselt, damit ist die Uhr deutlich leichter und mit ca. 82 Gramm leichter als der Vorgänger. Das wechseln geht mit Hilfe der zwei mitgelieferten Schraubendreher innerhalb von 1 Minute. Neben dem Gewicht ist die Fenix 3 auch ca. 2mm dünner, während sich bei den restlichen Abmessungen nichts geändert hat.

Mit dem leichteren Armband läuft es sich auch richtig gut und die Uhr macht sich am Handgelenk kaum bemerkbar. Die Steuerung ist, wie man sie von der Fenix 2 kennt – rechts 2 Knöpfe (Ok/Start – und Zurück), links 3 Knöpfe (Licht, Hoch, Runter).

Die fenix 3 verfügt über folgende Sensoren:

  • Positionsermittlung, GPS und Glonass (können auch parallel verwendet werden)
  • Höhenmessung, Barometer
  • Schrittzählung, Beschleunigungssensor
  • Richtungsermittlung, elektronischer Magnetkompass
  • Temperaturmessung, interner Temperatursensor

Über die eingebauten Sensoren hinaus stehen div. externe Sensoren zur Kopplung bereit, unter anderem:

  • Herzfrequenz über Brustgurt
  • Trittfrequenz, Schrittlänge, Kontaktzeit, etc. über Brustgurt

 

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Die Fenix 3 verfügt über ein neues Bluetooth-Modul, daher ist es nun möglich, unterschiedliche ANT+ Sensoren und Bluetooth gleichzeitig zu betreiben. Sehr hilfreich, wenn man sein Smartphone parallel zu ANT+ Sensoren verwenden will.

Die Akkulaufzeit wird mit 10 Stunden angegeben. Im direkten Vergleichstest war meine V800 leer, während die Garmin noch 20% Leistung anzeigte. Passt daher so ungefähr zu meiner Einschätzung – die V800 mit ca. 8 Stunden und die Garmin mit 10 Stunden GPS Aufzeichnung. Während in meinem Test natürlich auch Zeiten dabei waren bei denen die Uhren nur rumlagen.

Das Laden erfolgt bei der Garmin über einen Klipp, in die die Fenix 3 gelegt wird – laden (bzw. Synchronisation) erfolgt dann über USB. Der Ladeklipp ist übrigens wesentlich besser zu nutzen als der der Polar V800. Bei dem habe ich nämlich häufiger das Problem, dass die Uhr dann beim hinlegen den Kontakt verliert und nicht mehr auflädt. Da muss man vorsichtig sein. Bei der Garmin befestige ich den Klipp und fertig.

Das Display der Fenix 3 hat eine Auflösung von 218 x 218 Pixel (Fenix 2 70 x 70). Das Display zeigt Farben und kann in den meisten Ansichten zwischen heller und invers dunkler Darstellung umschalten. Die V800 arbeitet mit 128×128 Pixeln. Mit den Farben und der höheren Auflösung hat Garmin einen Vorteil gegenüber der Polar V800. +1 Punkt für Garmin.

Um einen Vergleich mit der Polar V800 zu ermöglichen, hatte ich beim Mannheim Marathon beide Uhren an. Gleich am Start machte sich bemerkbar, dass die Fenix3 wesentlich schneller ein GPS Signal gefunden hat als die V800. Ich habe das bei einigen Trainingsläufen noch mal geprüft und hier war die Garmin IMMER schneller. Während die V800 gerade in Gebieten mit nicht optimalem Empfang teilweise sehr lange brauchte um startbereit zu sein. +1 Punkt für Garmin.

Da ich beim Laufen auch immer meine Herzfrequenz im Auge behalte, muß ich hier natürlich auch auf die Brustgurte hinweisen. Der Sensor an sich, ist bei Garmin deutlich dünner und leichter, als der von Polar und misst zudem noch Daten wie Schrittfrequenz und Schrittlänge, was bei Polar nur über einen zusätzlichen Pod möglich ist. Allerdings ist der Gurt an sich bei Polar deutlich angenehmer weil weicher. Der von Garmin hinterlässt, da er deutlich steifer und härter ist, Striemen um die Brust, während der von Polar deutlich angenehmer ist. Wenn ich die zusätzlichen Funktionen gegen den Tragekomfort lege, gibt es keinen Gewinner, daß muß aber jeder für sich entscheiden. Unentschieden.

Beim Laufen selbst gibt es erst mal kaum Unterschiede. Man kann sich bei beiden Uhren das Display einrichten, wie man es möchte – d.h. genau die Informationen anzeigen, die man benötigt (bei mir – Pace, durschn. Pace, Distanz, Herzfrequenz) bzw. kann zwischen verschiedenen Anwendungen hin und her wechseln. Was mir bei der Polar aber deutlich besser gefällt ist der Kontrast. Das Schwarz ist schwärzer und das „Weiß“ ist weißer. Wenn man direkt auf die Uhr schaut, ist das vielleicht nicht so auffällig, aber gerade bei einem Dämmermarathon, bei dem man vielleicht auch noch konditionelle Probleme hat (man munkelt da so etwas) und man daher den Arm nicht mehr so geziehlt hebt, neigt man dazu bei der Garmin das ganze zwei mal machen zu müssen um die Daten ablesen zu können. +1 Punkt für Polar.

Am Ziel angekommen, habe ich beide Uhren gestoppt und war überrascht. Die Garmin lag mit 21,1km ziemlich genau dort wo sie liegen sollte, während die Polar 200 Meter auf dem Display hatte. +1 Punkt für Garmin.

Was ich auch sehr cool bei Garmin finde, ist dass sie sich zu Hause automatisch mit dem WLAN verbindet und die Daten auf Garmin Connect lädt. D.h. wenn ich zu Hause ankommen und den PC hochfahre, kann ich mir dort schon die Ergebnisse schon anschauen. Das funktioniert bisher zu 100%, d.h. ich musste bisher kein einziges mal manuell nachhelfen. +1 Punkt für Garmin.

Damit verlassen wir dann auch schnell wieder den Mannheimer Lauf und schauen noch mal auf die restlichen Funktionen.

Eine Funktion, die man nicht mit der Polar vergleichen kann (da sie nicht vorhanden ist) ist die Navi-Funktion. Zugegebenermaßen nicht eine der Funktionen, die ich releativ häuft nutze. Aber die Fenix 2 verfügten über eine mit einfachen Outdoor-GPS-Handgeräten wie dem Garmin eTrex 10 vergleichbare Vielfalt an Navigationsfunktionen, Wegpunktermittlung, Wegpunktprojektion, Paperless Geocaching, Flächenberechnung und vieles mehr.

Bei der fenix 3 sind diese Funktionen teilweise weggefallen. Sie bestehen letztendlich nur noch aus der einfachen Tracknavigation und dem Aufzeichnen und Anpeilen von Wegpunkten. Der Track lässt sich nur noch auf einer weißen Karte darstellen.

Startete man bei der fenix und fenix 2 eine Navigation, wurde über den zusätzlichen Displayring um das eigentliche Display stets die Richtung angezeigt. Bei der fenix 3 hingegen wird die Richtung der Navigation nur über eine zusätzliche Navigationsansicht dargestellt, so dass man zunächst auf diese Seite wechseln muss, um die Richtung des Ziels zu sehen. Hier hätte man vor allem wegen dem neuen Display wesentlich mehr machen können – wobei dies wie gesagt für mich eher uninteressant ist. +1 Punkt für Garmin und -0,5 da man hier einen Schritt zurück gegangen ist.

Nachdem inzwischen auch Polar Smartwatch Funktionen für die V800 mit einem Update nachgereicht hat, sind hier beide Uhren „vergleichbar“. Allerdings nur zum Teil, da die Funktionen bei Polar sich im wesentlichen auf Notifications beschränkt. Während die Garmin mit Connect IQ die Möglichkeit bietet zusätzliche Uhren Darstellungen, Apps, Widgets (z.B.  Höhenverlauf, den Verlauf des Luftdrucks, Kompass, Temperaturverlauf, Wetter, das Bild der Garmin Actioncam Virb, etc.) anzeigen zu können. Eine coole Funktion, ist dass die Uhr vor Unwettern warnt – hierzu prüft die Uhr, ob der Luftdruck innerhalb eines Zeitraums um mehr als einen Wert X (einstellbar) fällt. Praktisch beim Trailrun, oder Longrun.  Ob man die ganzen Apps und Widgets braucht, muß jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde es ganz praktisch schon auf der Uhr zu sehen, wer gerade anruft, wie das Wetter wird, oder was mir Markus gerade wieder per SMS schickt, ohne das Handy in die Hand nehmen zu müssen. Da die Funktionen von Garmin hier deutlich besser sind als die von Polar…. +1 Punkt für Garmin.

Ich habe die Uhr übrigens auch mit dem Metalarmband getestet. Dabei muß man sagen, dass weniger das Gewicht das Problem ist, sondern, dass man die Größte (wie bei solchen Armbändern üblich) nur durch das entfernen von Gliedern ändern kann. Dabei ist es nicht 100% möglich die Uhr an das Handgelenk anzupassen. Wenn man nicht gerade läuft ist das kein Problem. Beim Laufen wackelt dann aber ein schweres Metalarmband am Handgelenk rum. Das ist eher unangenehm. Ich bin damit zwar schon Läufe bis 15km gelaufen und es geht – angenehm ist aber etwas anderes.

Fazit:
Wenn ich hier die Punkte zusammenzähle, könnte man meinen, dass der Vergleich deutlich für die Fenix 3 ausfällt. Das trifft allerdings nicht 100% die Realität. Zumal eine Laufuhr auch zum Läufer passen muß und die Polar V800 macht beim Laufen und mit dem Brustgurt einfach einen super Job. Daher gibt es hier zwar mehr Punkte für die Garmin, ich würde aber mal bei reinem Fokus auf die Laufuhr von einem Unentschieden reden, da ich hier keine eindeutige Empfehlung geben kann. Wer allerdings die Zusatzfunktionen von Garmin nutzt, der kann getrost zur Fenix 3 greifen.

Hier findet ihr die Fenix 3 bei Garmin.

Garmin hat vor kurzem den Nachfolger der Fenix 2 mit dem sehr innovativen Namen Fenix 3 auf den Markt gebracht. Der Hype um die neue Uhr war ziemlich groß, wenn man sich die Liste der Vorbestellungen und die dadurch entstandenen Wartelisten anschaut. Da die Uhr optisch mehr Gemeinsamkeiten mit einer normalen Uhr hat, als viele andere Laufuhren und ich eine Uhr suche, die ich immer anhaben kann, habe ich mir die Fenix 3 in der Saphir Edition geholt (also die mit dem wechselbaren Metalarmband und mit dem Saphirglas) und dafür meine ForeRunner 620 geopfert, die über eBay schnell einen neuen…
Design
GPS Empfang
Funktionsumfang
Akkulaufzeit
Tragekomfort
Display
Bedienung

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About Dietmar

Ich laufe seit 2012 und versuche das ganze mit dem nötigen Ernst, aber immer mit Spass zu betreiben.

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6 Kommentare

  1. Ich durfte ja am Mannheimer Dämmermarathon einen kurzen Blick auf Dietmar’s fenix 3 werfen. Neben den Features die es im wesentlichen auch bei der 920 XT gibt, fiel mir besonders das tolle edle Design und das ‚rattenscharfe‘ Display auf. Heute bin ich mal voll bei Dietmar, ich denke die Polar V800 ist ne super Laufuhr, wer mehr will ist mit der fenix 3 oder der 920 XT bestens bedient. Die 920 XT ist zwar ne große Ecke leichter (wiegt nur 61 Gramm) als die fenix 3, die fenix 3 macht aber optisch viel mehr her…
    Ach je eines noch… Ich hatte in Mannheim bei meiner 920 XT GPS und GLONASS an und kam ebenfalls auf ziemlich exakt 21,1 km. Will sagen, das Garmin GPS/GLONASS Modul ist super!

    Bin dann mal… laufen…

  2. Danke für Deinen Vergleichsbericht! Ich nutze den V800 seit letzten Sommer – und vermisse seitdem schmerzlich die Navi-Funktion, die ich beim Garmin Forerunner 305 doch sehr regelmäßig genutzt habe. Ich mag es, unbekannte Routen am Computer zu planen und dann „laufend zu entdecken“. Das geht mit dem V800 bis heute nicht – und ist ein (für mich!) gewichtiger Grund, warum ich ihn sofort gegen die fenix3 eintauschen würde. Ansonsten bin ich mit dem V800 im großen und ganzen zufrieden. Es gibt noch Krankheiten in der Software (flow), die hoffentlich mit den nächsten Updates beseitigt werden…

    Fazit: es bleibt schwierig… 😉

  3. Habe Deinen Bericht über trusted-blogs.com gefunden und werde mich gleich noch einmal auf Deiner Seite etwas ausführlicher umschauen. Aber zuerst vielen Dank für den ausführlichen Test und das ausgewogene Feedback.
    Ich mache mich dann mal auf den Weg in Richtung Hardware-Invest, es wird dann zwar nicht die Saphire…

    • Du hast gesehen, dass es inzwischen die Fenix 3 HR gibt? D.h. mit Herzfequenzmessung direkt am Handgelenk? Solltest du dir anschauen – ich bin inzwischen überzeugter Oben-Ohne-Läufer ;-).

  4. Hii 😀
    Sehr Toller Vergleichs bericht über die Garmin Fenix 3 !! (Y)
    Ich arbeite selber mit der Garmin Fenix 3 zusammen und bin sehr zufrieden. Top Produkt!
    Zu deinem Fazit ich gib dir recht. Zu jedem passt halt nh andere Pulsuhr. Da kommt es halt auf viele Faktoren an. 🙂 aber sehr schöner Beitrag!

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