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Polar V800… Stylisch – aber auch gut ?

Vor ein paar Tagen kam die Polar V800 auf den Markt, da Uhren von Polar immer interessant sind, habe ich mir sie mal etwas genauer angeschaut.20140619-121357-44037821.jpg

Design: Beim Auspacken fällt auf, dass die Uhr einen sehr hochwertigen Eindruck macht. Das kommt daher, dass das Uhrgehäuse aus Aluminium ist und nicht wie z.B. die Forerunner 620 aus Plastik. Daher kann man die Polar durchaus auch mal privat anziehen, während die Forerunner (meiner Meinung nach) immer etwas wie eine Kinderuhr aussieht. Das Armband ist bei beiden ähnlich, was ich bei der V800 aber gut finde ist, dass das Armband mit zwei Stiften festgemacht wird (Garmin hat nur einen). Das sorgt dafür, dass die Garmin fester am Handgelenk sitzt, was gerade beim Schwimmen hilfreich ist (wobei man sie dafür wahrscheinlich nicht anziehen wird 😉 ).

Gewicht: Das ganze hat natürlich einen Preis (wenn auch ein kleiner), die Uhr macht sich am Handgelenk etwas mehr bemerkbar als die Forerunner. Man kann aber nicht sagen, dass sie schwer ist. Auf dem heutigen Testlauf über 12km hat man die Uhr kaum gemerkt, sie ist aber ein paar Gramm schwerer, als die Forerunner. Wäre in dem Falle ein Punkt für die Forerunner, aber in der Praxis sollte das nicht auffallen.

Einrichtung: Bevor man die Uhr das erste mal nutzen kann, muss man sie natürlich einrichten. Das kann man an der Uhr direkt machen (verläuft ähnlich wie bei der Garmin), oder alternativ über den Browser. Hierzu muss man sich auf Polar Flow anmelden und kann dort dann sein Profil und (was ich super finde) das Display einrichten, also auf welchem Schirm man welche Informationen haben möchte. In Summe finde ich das besser gelöst als bei der Garmin, wo ich viele Einstellungen nur direkt an der Uhr vornehmen kann.

Synchronisation: Die Synchronisation der Uhr erfolgt entweder über ein USB Kabel (dazu muss man die Polar Synch Software auf dem PC installieren) oder wahlweise über die Polar App, die allerdings aktuell nur für iOS verfügbar ist. Sie ist zwar auch für Android erhältlich, unterstützt dort aber noch nicht die V800 (finde ich ziemlich schwach von Polar). Über beide Medien funktioniert die Synchronisation problemlos. Die Forerunner kann zwar direkt auf Knopfdruck mit dem WLAN synchronisieren, da dies aber nicht immer funktioniert (zumindest bei mir) und ich dafür immer erst zu Hause sein muß, finde ich die Lösung über die App wirklich gut.

Display: Das Display der V800 ist super. Im direkten Vergleich sowohl zu Hause als auch beim Laufen ist sie deutlich besser lesbar, da der Kontrast und die Helligkeit höher ist als bei der FRF620. Zudem ist das Display Rechteckig und die Informationen stehen damit untereinander. Bei der Forerunner ist alles im Kreis angeordnet (ich nutze meist 4 Informationen auf der Uhr – Zeit – Distanz -Pace – Herzfrequenz). Das führt dazu, dass ich gerade beim Laufen die Informationen auf der V800 schneller erfassen kann als mit der Garmin. Vor allem beim Laufen in der Sonne, liegt die V800 weit vorne.

Bedienung: Hier geben sich beide Uhren nichts. Mit zwei Klicks startet man und mit einem macht man Pause oder beendet das Training. Auch die Abfrage nach dem Speichern ist bei beiden gleich. Einen kleinen Pluspunkt gibt es bei der Polar, da die Knöpfe von oben beschriftet sind und nicht wie bei der Garmin nur mit Symbolen auf dem Knopf. Nach ein paar Läufen hat man das zwar raus, aber gerade am Anfang kann man schneller sehen, welcher Knopf was macht. Menueführung, etc. ist bei beiden wie gewohnt.

Sensoren und GPS: Der GPS Empfang geht bei beiden gleich schnell. Gut finde ich bei der Polar V800, dass sie während sie die Satelliten sucht mit einem Prozentsatz anzeigt, wie weit sie mit den Signalen ist – bei 100% ist die Uhr bereit. Man kann so auch erkennen, wie man die Uhr halten muß oder wo man ggf. einen besseren Empfang hat. Bei der Garmin gibt es nur ja oder nein. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Garmin einen darauf hinweist, dass man ruhig stehen soll um den Empfang zu verbessern – im Auto ist das zwar nicht trivial, aber für Anfänger im Bereich GPS vielleicht hilfreich. Der HFQ Gurt ist bei beiden gleich gut und wird sofort gefunden. Etwas angenehmer ist der von Polar zu tragen, da er vorne im Brustbereich weicher ist. Der von Garmin ist unflexibler. Stört mich beim Laufen zwar nicht, kann aber ggf. bei Frauen etwas störend sein.

GPS Genauigkeit: Beim Testlauf über 12km zeigte die Polar 100m mehr an, als die Garmin. Das parallel Laufende Runtastic lag gleichauf mit der Polar Uhr. Beim genauen Betrachten der GPS Daten ist mir aufgefallen, dass gerade bei 90 Grad Kurven die Polar die Ecken zeigte, während die Garmin die Ecken geschnitten hat. Erklärt warum die Garmin weniger Meter anzeigt, da sie bei Kurven praktisch abkürzt. Beide Uhren waren übrigens nicht im Sparmodus. Ohne hier einen Beweis ablegen zu können, würde ich daher mal tippen, dass die Polar etwas genauer ist.

Auswertungen: Direkt nach dem Laufen kann man sich auf der Uhr schon diverse Informationen anzeigen lassen. Hier ist die Übersicht bei der Polar etwas besser. Ich bekomme gleich alle Informationen zum Running Index VO2Max, Erholungszeit, Trainingsart (GA, Tempotraining, etc.) und so weiter. Bei der Garmin erhalte ich viele Informationen erst in einem anderen Menue, bzw. muss über das Display per Touchscreen scrollen. Hier bekomme ich bei der Polar mehr Informationen, deutlich lesbarer und per Taste besser scrollbar geliefert. Einen Nachteil hat die Polar allerdings – Informationen wie Schrittlänge, Bodenkontaktzeit, etc. bekomme ich aktuell nur bei der Garmin. Bei Polar benötige ich dafür den separaten Laufsensor, der allerdings noch mal mit 69€ zu Buche schlägt. Ob man die Infos braucht, muss jeder für sich selbst wissen.

Ansonsten ist das Polar Flow Webportal aufgeräumter als das von Garmin und erinnert etwas mehr an das von Nike. Mit ein paar sehr coolen Features, wie z.B. „Nacherleben“. Wenn man den drückt, bekommt man in einem kleinen Film seinen Lauf noch mal angezeigt. In Pseudo 3D läuft mein Avatar die Strecke nach und man kann noch mal schön sehen, wo man am schnellsten war, wo die Herzfrequenz am höchsten war. Hier könnt ihr das Video sehen: >> Polar Nacherleben <<.

Unbenannt

Die restlichen Statistiken sind übersichtlich, aber enthalten alles wichtige, sowie die motivierenden Punkte für Läufer.

Ausstattung/Funktionen: Hier gibt es zwei Aspekte. Zum einen ist die V800 eine Multisport Uhr und man kann sie damit auch zum schwimmen (wobei sie auch die Herzfrequenz aufzeichnet), sowie zum Fahrradfahren nutzen. Zudem hat sie eine Barometerfunktion, Temperaturmesser, Polar OwnIndex Fitnesstest, etc.. Die Garmin hat dagegen nur die Schrittfunktionen als Mehr zu bieten (Schrittlänge, Frequenz, etc.). Daneben funkt die Polar mit Bluetooth 4.0 Dafür ist die Forerunner aktuell ca. 100€ billiger (449€ für die Polar – 349€ für die Garmin – jeweils mit Brustgurt). In Summe finde ich aber, dass man bei Polar etwas mehr fürs Geld bekommt.

Einen Überblick über alle Funktionen findet man bei Polar: >> Funktionen der V800 <<. Da es so viele sind, gehe ich nicht im Detail darauf ein. Ach – eines hab ich doch noch. Die Polar V800 ist auch ein Fitnesstracker, d.h. sie speichert, wie viel man gelaufen ist (auch ohne das man einen Lauf macht), wie lange man gesessen hat und wie lange man geschlafen hat. Das finde ich20140619-141019-51019531.jpg gut – werde ich aber über die nächsten Tage noch mal beobachten und im Vergleich zu meinem Jawbone setzen.

Akku: Bei Garmin erreiche ich im normalen Modus und ohne Bluetooth ca. 8-10 Stunden (was auch ungefähr die Angabe von Garmin ist). Bei Polar habe ich im ersten Test ca. 11,5 Stunden, aber mit Bluetooth geschafft (angegeben sind 13) – bemerken muss man hier allerdings, dass dies die erste Akkuladung war und aus der Erfahrung die Kapazität des Akku mit den nächsten Ladungen noch etwas zunimmt (war bei Garmin auch so). Daher hier Punkt für die Polar.

Fazit: Nach dem ersten Test würde ich sagen, dass die V800 der neue Stern am Läufer-Uhr Himmel ist. Ich werde in den nächsten Wochen hier sicher noch mal das ein oder andere Update bringen – stay tuned.

 

Vor ein paar Tagen kam die Polar V800 auf den Markt, da Uhren von Polar immer interessant sind, habe ich mir sie mal etwas genauer angeschaut. Design: Beim Auspacken fällt auf, dass die Uhr einen sehr hochwertigen Eindruck macht. Das kommt daher, dass das Uhrgehäuse aus Aluminium ist und nicht wie z.B. die Forerunner 620 aus Plastik. Daher kann man die Polar durchaus auch mal privat anziehen, während die Forerunner (meiner Meinung nach) immer etwas wie eine Kinderuhr aussieht. Das Armband ist bei beiden ähnlich, was ich bei der V800 aber gut finde ist, dass das Armband mit zwei Stiften…

Review Übersicht

Akkulaufzeit
Tragekomfort
GPS Empfang
Funktionen
Display
Bedienung

Kauftipp

Die V800 schlägt die Garmin Forerrunner in fast allen Aspekten. Einzig der höhere Preis der Polar und der bei der Garmin enthaltene Schrittanalyse sprechen für die Garmin.

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Ich laufe seit 2012 und versuche das ganze mit dem nötigen Ernst, aber immer mit Spass zu betreiben.

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3 Kommentare

  1. Profilbild von Markus (aka Runner #8)

    Übrigens: Das letzte Firmware-Update für die Forerunner 620 brachte u.a. einen Bike-Mode. damit lassen sich problemlos ANT+ Sensoren koppeln (z.B. Kadenz und Geschwindigkeit; bin zur Zeit am Testen) und man kann somit die Uhr auch als ‚Mini-Bike-Computer‘ verwenden. Zudem bin ich schon sehr gespannt auf das Update der Polar V800 und ob sie dann der Garmin fenix 2 nicht nur sprichwörtlich das ‚Wasser reichen‘ kann (w.g. Schwimmmodus).

  2. Eine sehr interessante Übersicht, die mich erst einmal super ins Bild setzt. Ich hatte den V800 bis jetzt nur kurz auf Messen anprobieren und etwas dran umher spielen dürfen. Viel Spaß auch weiterhin damit.

  3. Profilbild von Dietmar

    Lohnt sich. Als Technikfanatiker – bisher die beste Uhr 😉

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